Snakes on a Pain

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Samuel L Jackson bescherte uns einst in dem Film Snakes on a Plane den wohl coolsten Oneliner in der Geschichte des Films, und der einzige Grund diesen sonst miesen Film auch wirklich zu gucken: “Enough is enough! I have had it with these mother-fucking snakes on this mother-fucking plane!

Nun wird mal wieder Zeit fuer einen kurzen Beitrag aus dem Land der Wissenschaften und, im Sinne Jacksons, Schlangen! Aus diesem Grund soll dieser Beitrag einmal ein kleiner Ausflug in die Zoologie werden, die vor kurzem ein dort bekanntes Raetsel geloest bekommen hat. Seit den 1980er Jahren ist dort die IBD (Inclusion body disease) bekannt, die dafuer sorgt dass Schlangen seltsame Dinge tun bevor sie sterben. Zwei der bekannten Symptome dieser Krankheit sind das Verknoten des eigenen Koerpers und das sinnlose Starren in die Ferne, was irgendwie an den gemeinen Samstag Abend Fernsehkonsument erinnert.

Nun hat sich ein Team von Wissenschaftlern von der University of California nach einem Ausbruch im Steinhart Aquarium in San Francisco der Sache angenommen und endlich einen Viruskandidaten fuer die Krankheit identifizieren koennen (Stenglein, et al., 2012). Und wie sich das so gehoert ist dieses Virus bisher a) unbekannt und hat b) ein paar interessante Eigenschaften. Die genetische Analyse zeigte, dass der Virus mit so genannten Arenaviren verwandt ist, von denen bisher nur bekannt ist dass sie Saeugetiere anfallen koennen. Hinzu kommt allerdings, dass ebenfalls genetische Verwandheit mit Filoviren gefunden wurde, eine Klasse von Viren zu der Ebola gehoert. Es handelt sich also dabei um zwei verschiedene Virustypen die hier in einem zu finden sind.

Die nun interessante Frage fuer Stenglein et al. (2012) ist, wie genau dieses Zwittervirus entstanden sein koennte. Evolutionsbiologisch gesehen gibt es hier zwei Moeglichkeiten. Entweder der Virus ist extreme alt und eine Art Urahn der anderen beiden Virustypen, die sich in einem evolutorischen Prozess abgespalten und spezialisiert haben oder das Virus ist relative jung und durch die Verschmelzung eben beiden oben genannter Virustypen enstanden. Dies laesst Raum fuer weitere spannende Forschung. Leider haben die armen Schlangen davon nix, denn ein Heilmittel fuer die Krankheit ist damit immer noch nicht gefunden.

Quelle:

Stenglein, M. D., Sanders, C., Kistler, A. L., Ruby, J. G., Franco, J. Y., Reavill, D. R., . . . . (2012). Identification, characterization, and in vitro culture of highly divergent arenaviruses from boa constrictors and annulated tree boas: Candidate etiological agents for snake inclusion body disease. MBio, 3(4)

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3 thoughts on “Snakes on a Pain

    Dillerbse said:
    September 4, 2012 at 6:55 am

    DAS Virus. Du hast zweimal DER geschrieben.

    Ansonsten: Guter Titel, interessanter Beitrag.

      imkom responded:
      September 6, 2012 at 1:45 am

      also wiki sacht: “Singular: das Virus, außerhalb der Fachsprache auch der Virus”… ich bin kein Fachsprachler =P

    notimko said:
    September 4, 2012 at 8:17 pm

    Sie könnten ja in der DNA nach Spuren dieses Virus suchen … alte Viren verschmelzen ja irgendwann mit der DNA ihres Wirts, wenn sie in Symbiose mit ihm leben.

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